Das Gehirn braucht regelmäßigen Input aus verschiedenen Bereichen.

Wer regelmäßig aktiv Sport treibt beeinflusst seine kognitiven Fähigkeiten positiv. Foto: Robert Kneschke - stock.adobe.com

Nur nicht einrosten! Bewegung und Training fordert den Körper. Im Alter gilt das umso mehr: Die Fitness liefert die Grundlage für das, was ein Experte als „körperliches Selbstvertrauen“ bezeichnet.

 Damit Sport der Entwicklung einer Demenz vorbeugt und sich sogar positiv auf die geistige Leistungsfähigkeit auswirkt, kommt es auf Regelmäßigkeit an. Darauf weist der Neurowissenschaftler Stefan Schneider hin und bezieht sich auf Ergebnisse aus dem von ihm koordinierten Forschungsprojekt „DenkSport“ an der Deutschen Sporthochschule (DSHS) in Köln.

„Wenn man einmal die Woche geht, kann man die altersbedingten Degenerationserscheinungen aufhalten, aber man hat keinen positiven Effekt“, sagt der Professor im DSHS-Podcast „Eine Runde mit…“. Ab zwei, drei Mal Sport in der Woche sehe man positive Effekte. Im Projekt geht es laut eigenen Angaben darum, zu untersuchen, wie sich moderates Ausdauertraining über ein Jahr auf das Fortschreiten leichter kognitiver Beeinträchtigungen auswirkt. Diese Art von Beeinträchtigungen seien häufig eine Vorstufe der Demenz.

Dass Sport positiven Einfluss auf kognitive Fähigkeiten haben kann, haben schon mehrere Studien gezeigt. Für die vorbeugende Wirkung mit Blick auf Demenz gilt das ebenfalls. Auch deshalb ist es empfehlenswert, im Alter körperlich aktiv zu bleiben.

Körper wie in Gips gelegt

Warum kann Sport die Leistungsfähigkeit des Geistes fördern? Ein Erklärungsansatz seien neurophysiologische Mechanismen, so Schneider. Sport fordere den Körper, dadurch komme es zu Umbauprozessen und die wirkten scheinbar auch auf das zentrale Nervensystem.

Wichtiger ist aus Sicht des Forschers aber der Aspekt, dass Sport körperlich fit macht. Das führe dazu, dass man sich auch wieder mehr zutraut und somit in der normalen Welt wieder mehr bewegt. Isolation sei ein Hauptrisikofaktor für die Entwicklung einer Demenz.

Er beschreibt das Problem: „Ältere Menschen ziehen sich zurück, bleiben zu Hause, trauen sich nichts mehr zu. Und das ist quasi wie den Körper in Gips legen. Da passiert nichts mehr. Da kommt es zu einem Abbau.“ Was man über Sport und Bewegung ermöglichen könne, sei die körperliche Fitness wiederaufzubauen und damit das körperliche Selbstvertrauen zu stärken. Das mache letzten Endes gesellschaftliche Teilhabe möglich und gibt Älteren die Möglichkeit, sich auch mental wieder mit der Außenwelt auseinanderzusetzen.

Gehirn braucht Input auf diversen Ebenen

„Was unser Gehirn braucht, ist ein multisensorischer Input“, sagt er. „Es hilft nichts, Kreuzworträtsel zu lösen.“ Denn dabei versuche man nur, Information, die gegebenenfalls noch da ist, wieder abzurufen. „Es geht aber darum, das Gehirn zu fordern.“ Ein einfaches Beispiel sei das Einkaufen: Hier brauche es Navigationsfähigkeit, um in den Laden zu kommen und sich darin zurechtzufinden. Man braucht sein Langzeitgedächtnis („In welchem Regal standen welche Sachen?“) und sein Kurzzeitgedächtnis („Welche Dinge will ich einkaufen?“). Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man fit genug ist, um in den Supermarkt zu kommen. Schneider: „Das ist einer der entscheidenden Faktoren.“ dpa/tmn

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Tipp des Monats

Osteoporose vorbeugen: Bewegung macht die Knochen stabiler

Damit die Knochen stark bleiben, braucht es nicht nur eine Ernährung, in der ordentlich Calcium steckt. Warum auch Bewegung so wichtig ist.

Knochen müssen regelmäßig belastet werden, um stabil zu bleiben und weniger schnell zu brechen. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) hin. Belastung für die Knochen heißt: Bewegung.

Ob Fußballtraining, Joggen, Pilates oder Radfahren: Vor allem dann, wenn es sportlich wird, regt Bewegung den Knochenstoffwechsel an.

„Dies geschieht durch die Muskeln, die am Knochen ziehen. Sie geben das Signal, mehr Calcium in das Skelettsystem zu transportieren und einzulagern“, so Prof. Uwe Maus von der DGOU. Dadurch gewinnen die Knochen an Stabilität – und auch Osteoporose wird vorgebeugt.

Auch die Ernährung zahlt auf die Knochenstärke ein

Besonders wichtig ist Sport übrigens für Kinder und Jugendliche. Denn bei ihnen baut sich die Knochenmasse noch auf.

Ganz ohne die Ernährung geht es aber nicht. Wichtig ist daher, reichlich Calcium zu sich zu nehmen – etwa durch Lebensmittel wie Milch, Hartkäse, Mineralwasser oder Spinat. Damit der Körper das gut verwerten kann, braucht es Vitamin D. Das bildet der Körper mithilfe von Sonnenlicht, es steckt aber auch in fettem Seefisch wie Hering oder Lachs.