Insekten spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem.

Mit der fröhlich-bunten Jahreszeit kehrt das Leben zurück in private Grünanlagen und auf Balkone. Brummend und summend bewegen sich kleine Helfer zwischen blühenden Pflanzen, jedoch werden es jedes Jahr weniger.   So gelten 41 Prozent der in Deutschland beheimateten Wildbienen-Arten laut Roter Liste als gefährdet. Woran das liegt und wie Gartenbesitzer helfen können, verrät Biodiversitätsexperte Josef Settele.

Wer kleinen Helfern eine große Freude machen möchte pflanzt heimische Blumen, wie die Gemeine Wegwarte. Foto: Pixabay

Zeit zum Handeln

Gründe für den Rückgang an Vielfalt gibt es viele. Monokulturen, also Äcker, die mit einer einzigen Getreidesorte bebaut werden, führen beispielsweise dazu, dass nur auf die jeweilige Pflanze spezialisierte Kerbtiere Nahrung finden. In der Landwirtschaft eingesetzte Pestizide töten häufig neben unerwünschten Schädlingen auch deren natürliche Fressfeinde und nützliche Bestäuber. Der Biologe ruft zugleich zur Obacht auf, denn oft schieben Unwissende die Verantwortung den Erzeugern zu. Dabei kann jeder Einzelne Einfluss auf die Biodiversität nehmen, zum Beispiel hinterm eigenen Haus.

Ordentlich und farbenfroh, so stellen sich viele den perfekten Garten vor. Dafür gezüchtete Zierblumen wie geschlossene Dahlien, Pfingstrosen und Chrysanthemen verbergen ihre Knospen hinter dichten Blüten. Schön anzusehen für Menschen – doch unerreichbar für Insekten.

Voluminöse Blätter verwehren Käfern den Zugang zum nahrhaften Innenleben der Blumenpracht. Ohne kraftbringenden Nektar verlieren Bestäuber die Energie und können ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen, warnt Settele. Bunte Alternativen: Wilde Malve, Nachtkerzen oder Veilchen. Neben Bienen verteilen Fliegen, Falter oder Hummeln die für Vermehrung von Pflanzen zuständigen Pollen. Doch wer glaubt, die fleißigen Tierchen betätigen sich nur als Transporteure für Nektar und Samen, irrt. Ob in der Luft oder am Boden, überall leisten Insekten einen großen Beitrag zur Aufrechterhaltung von Ökosystemen. Sie zersetzen altes Holz sowie andere biologische Abfälle und fördern somit die Fruchtbarkeit der Böden. Größeren Tieren wie Vögeln und Fledermäusen dienen sie als Nahrungsquelle und bestimmte Arten reinigen sogar Wasserläufe. Ohne die eifrigen Saubermacher fällt der gesamte Kreislauf in sich zusammen – sie sind unentbehrlich.

Einfach mal nichts machen

Selbst Kleinigkeiten fruchten, so bieten heimische Pflanzenarten den Helfern reichlich zugängliche Nahrung. Aus Holzstücken gezauberte Hotels dienen als perfekter Rückzugsort für erschöpfte Arbeiterbienen. Mit einem insektenfreundlichen Außenbereich tragen Hobbygärtner zum Artenschutz bei. Für alle ohne grünen Daumen hier noch eine gute Nachricht: Auch nichts tun hilft! Kurz geschorene Gräser und exotische Blumen, wie sie in vielen Gärten anzutreffen sind, vergraulen Krabbeltiere. Besser finden sie sich in naturbelassenen Wiesen mit viel einheimischem Grün zurecht.

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Tipp des Monats

Osteoporose vorbeugen: Bewegung macht die Knochen stabiler

Damit die Knochen stark bleiben, braucht es nicht nur eine Ernährung, in der ordentlich Calcium steckt. Warum auch Bewegung so wichtig ist.

Knochen müssen regelmäßig belastet werden, um stabil zu bleiben und weniger schnell zu brechen. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) hin. Belastung für die Knochen heißt: Bewegung.

Ob Fußballtraining, Joggen, Pilates oder Radfahren: Vor allem dann, wenn es sportlich wird, regt Bewegung den Knochenstoffwechsel an.

„Dies geschieht durch die Muskeln, die am Knochen ziehen. Sie geben das Signal, mehr Calcium in das Skelettsystem zu transportieren und einzulagern“, so Prof. Uwe Maus von der DGOU. Dadurch gewinnen die Knochen an Stabilität – und auch Osteoporose wird vorgebeugt.

Auch die Ernährung zahlt auf die Knochenstärke ein

Besonders wichtig ist Sport übrigens für Kinder und Jugendliche. Denn bei ihnen baut sich die Knochenmasse noch auf.

Ganz ohne die Ernährung geht es aber nicht. Wichtig ist daher, reichlich Calcium zu sich zu nehmen – etwa durch Lebensmittel wie Milch, Hartkäse, Mineralwasser oder Spinat. Damit der Körper das gut verwerten kann, braucht es Vitamin D. Das bildet der Körper mithilfe von Sonnenlicht, es steckt aber auch in fettem Seefisch wie Hering oder Lachs.