Die Digitalisierung des Alltags schreitet immer weiter voran. Viele Dienstleistungen etwa sind inzwischen vor allem oder auch nur noch im Internet zu finden. Für Ältere kann das zum Problem werden.

Es ist eine Generationen-Schieflage, die immer noch nicht beseitigt werden konnte: Der Anteil der Offliner ist unter alten Menschen einfach am größten. Dabei könnten Ältere viel gewinnen, wenn sie sich die digitale Welt erschließen. Davon sind Fachleute überzeugt.

Wer im Alter aufgeschlossen bleibt und Neues lernt, könne sich Selbstständigkeit und Selbstbestimmung erhalten, sich mit anderen austauschen und das eigene Wohlbefinden stärken, sagt zum Beispiel die Sozialgerontologin Janina Stiel von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisation (BAGSO).

Vielfältige Gründe für Nicht-Nutzung

Tatsächlich sehen viele Ältere jedoch keinen Nutzen oder keinen Bedarf, sich das Internet zu erschließen. In einer Forsa-Umfrage im Auftrag des IT-Unternehmens Avast gaben das 47 Prozent der mindestens 75 Jahre alten Offliner als einen Grund für ihre Internet-Abstinenz an.
Fast genauso viele (46 Prozent) räumten in der Befragung ein, ihnen sei das alles zu kompliziert. Und mehr als die Hälfte (51 Prozent) der Menschen aus dieser Gruppe fühlten sich fürs Internet schlicht „zu alt“. Mehrfachantworten waren möglich.

Digitale Kluft bei älterer Bevölkerung

Das Alter an sich ist aus Sicht der BAGSO jedoch nicht der Grund dafür, warum Menschen digital abgehängt werden. Entscheidend sei die Menge an Erfahrungen mit neueren Technologien, die jemand im Lebensverlauf machen konnten.

Gerade für Senioren gibt es in der digitalen Welt eine Menge Nützliches. Foto: Christin Klose/ dpa-tmn

Das Erfahrungsgefälle führe zur vielzitierten digitalen Kluft innerhalb der Bevölkerung. Betroffen sind demnach nicht nur Ältere. Häufiger „digital ausgeschlossen“ seien beispielsweise auch Menschen mit niedrigem Einkommen oder mit geringer formaler Bildung.

Unterstützung als Voraussetzung

Manchmal hapert es einfach an der notwendigen Unterstützung. Wer erklärt einem, wie das geht mit dem Internet und was man damit alles machen kann – von der Videotelefonie mit Verwandten bis hin zum Einkaufen? Und wer hilft einem weiter, wenn es mal hakt?
Laut der Forsa-Umfrage könnten sich 27 Prozent der älteren Nicht-Internetnutzer vorstellen, sich in die digitale Welt vorzuwagen – wenn sie Hilfe und Unterstützung von anderen Menschen bekämen.
Wer hier nicht auf seinen Familien- oder Freundeskreis zurückgreifen kann, dem hilft vielleicht ein Angebot weiter, auf das die BAGSO hinweist: So gibt es deutschlandweit 100 sogenannte digitale „Erfahrungsorte, wo ältere Menschen bei Fragen und Problemen mit dem Internet Hilfe erhalten.

Millionen ohne Zugang

Es sei ein gesellschaftliches Problem, sagt Stiel, dass immer mehr Informationen und Dienstleistungen nur noch online verfügbar seien, Millionen Menschen aber keinen Zugang dazu hätten.
Immerhin, auch das ist ein Ergebnis der Forsa-Umfrage: Nicht alle, die kein Internet nutzen, sind deshalb komplett davon abgeschnitten. So gibt knapp die Hälfte (45 Prozent) der Offliner, die 75 Jahre und älter sind, an: „Ich habe Menschen, an die ich mich wenden kann, wenn ich etwas aus dem Internet benötige.“ Für viele andere gilt das aber eben nicht.

Man müsse Brücken bauen und einladen, sagt Stiel mit Blick auf die Digitalisierung bei älteren Menschen. Sie stellt jedoch auch klar: Der Schritt ins Internet müsse freiwillig bleiben. dpa/tmn

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Tipp des Monats

Osteoporose vorbeugen: Bewegung macht die Knochen stabiler

Damit die Knochen stark bleiben, braucht es nicht nur eine Ernährung, in der ordentlich Calcium steckt. Warum auch Bewegung so wichtig ist.

Knochen müssen regelmäßig belastet werden, um stabil zu bleiben und weniger schnell zu brechen. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) hin. Belastung für die Knochen heißt: Bewegung.

Ob Fußballtraining, Joggen, Pilates oder Radfahren: Vor allem dann, wenn es sportlich wird, regt Bewegung den Knochenstoffwechsel an.

„Dies geschieht durch die Muskeln, die am Knochen ziehen. Sie geben das Signal, mehr Calcium in das Skelettsystem zu transportieren und einzulagern“, so Prof. Uwe Maus von der DGOU. Dadurch gewinnen die Knochen an Stabilität – und auch Osteoporose wird vorgebeugt.

Auch die Ernährung zahlt auf die Knochenstärke ein

Besonders wichtig ist Sport übrigens für Kinder und Jugendliche. Denn bei ihnen baut sich die Knochenmasse noch auf.

Ganz ohne die Ernährung geht es aber nicht. Wichtig ist daher, reichlich Calcium zu sich zu nehmen – etwa durch Lebensmittel wie Milch, Hartkäse, Mineralwasser oder Spinat. Damit der Körper das gut verwerten kann, braucht es Vitamin D. Das bildet der Körper mithilfe von Sonnenlicht, es steckt aber auch in fettem Seefisch wie Hering oder Lachs.