Schmerzen und Beschwerden treten im Alter häufig auf Die Ursachen sollte man jedoch rechtzeitig ermitteln © lev dolgachov adobestock

Rheuma: Viele Senioren warten zu lange.

„Das eine Rheuma gibt es nicht“, sagt Dr. Roman Koshedub, Oberarzt der Klinik für Nephrologie und Rheumatologe der Klinikum Bayreuth GmbH. Rheuma umfasst mehr als 200 Krankheitsbilder. Dazu gehören Arthrose, Arthritis oder Gicht, aber auch seltene Formen wie Vaskulitiden, die Blutgefäße oder Organe angreifen. Schon die Diagnosestellung ist eine Herausforderung. Aber es lohnt sich. Rheuma kann nicht geheilt, aber gut behandelt werden.

„Die Symptome reichen von schmerzenden oder geschwollenen Gelenken über Morgensteifigkeit bis hin zu Abgeschlagenheit. Auch tiefe Kreuzschmerzen, die Patienten oft nachts wach werden lassen, können ein Anzeichen sein“, sagt Koshedub. Das Kritische daran: Rheumatische Erkrankungen schädigen auch Organe. Das Risiko von Leber- und Nierenschädigungen steigt, das Herzinfarktrisiko nimmt ebenso zu wie die Wahrscheinlichkeit an Diabetes zu erkranken oder einen Schlaganfall zu erleiden.

Auch wer zeit seines Lebens beschwerdefrei war, kann im Alter an Rheuma erkranken. Und gerade dann dauert es oft lange, bis die Diagnose gestellt wird. „Ältere Menschen schieben Schmerzen oder eingeschränkte Beweglichkeit oft auf das Alter und nehmen es viel zu lange hin.“

Hinweise liefert oft eine Laboruntersuchung des Blutes. Gesucht wird nach Entzündungen im Körper. Sind diese nachweisbar, geht in vielen Fällen der erste Griff zum Kortison. „Kortison kann Entzündungen schnell und effektiv bekämpfen. Aber es hat viele Nebenwirkungen. Es gibt heute verschiedenen Alternativen zur Kortisonbehandlung“, sagt Koshedub. Sie alle setzen eine genaue Diagnostik voraus. „Weil Rheuma so viele Gesichter hat, arbeiten wir interdisziplinär zusammen. Für die Diagnostik steht uns beispielsweise in der Nuklearmedizin am Klinikum ein PET-CT zur Verfügung.“ Dabei handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren. Entzündungen können exakt lokalisiert werden.

 

Experten­kontakt

Dr. Roman Koshedub

Klinikum Bayreuth GmbH
Klinik für Nephrologie und
Rheumatologe

Preuschwitzer Straße 101
95445 Bayreuth

Telefon: 0921 400-6102

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Tipp des Monats

Osteoporose vorbeugen: Bewegung macht die Knochen stabiler

Damit die Knochen stark bleiben, braucht es nicht nur eine Ernährung, in der ordentlich Calcium steckt. Warum auch Bewegung so wichtig ist.

Knochen müssen regelmäßig belastet werden, um stabil zu bleiben und weniger schnell zu brechen. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) hin. Belastung für die Knochen heißt: Bewegung.

Ob Fußballtraining, Joggen, Pilates oder Radfahren: Vor allem dann, wenn es sportlich wird, regt Bewegung den Knochenstoffwechsel an.

„Dies geschieht durch die Muskeln, die am Knochen ziehen. Sie geben das Signal, mehr Calcium in das Skelettsystem zu transportieren und einzulagern“, so Prof. Uwe Maus von der DGOU. Dadurch gewinnen die Knochen an Stabilität – und auch Osteoporose wird vorgebeugt.

Auch die Ernährung zahlt auf die Knochenstärke ein

Besonders wichtig ist Sport übrigens für Kinder und Jugendliche. Denn bei ihnen baut sich die Knochenmasse noch auf.

Ganz ohne die Ernährung geht es aber nicht. Wichtig ist daher, reichlich Calcium zu sich zu nehmen – etwa durch Lebensmittel wie Milch, Hartkäse, Mineralwasser oder Spinat. Damit der Körper das gut verwerten kann, braucht es Vitamin D. Das bildet der Körper mithilfe von Sonnenlicht, es steckt aber auch in fettem Seefisch wie Hering oder Lachs.