Studienteilnehmer gesucht!

Diagnose Alzheimer. Noch immer gibt es keine zugelassenen Medikamente, die den Verlauf dieser Erkrankung beeinflussen können. Aber bald könnte sich das ändern. Gerade startet eine vielversprechende internationale Studie. Getestet wird ein Medikament, dass die neurodegenerative Erkrankung zwar nicht heilen, sie aber stoppen oder zumindest entscheidend verlangsamen kann. Die Klinikum Bayreuth GmbH ist deutschlandweit eines von nur acht Zentren, die sich an der Studie beteiligen dürfen. Jetzt werden geeignete Patienten gesucht. „Das ist eine enorme Chance, die Patienten nutzen sollten“, sagt Prof. Dr. Patrick Oschmann, Chefarzt der Neurologischen Klinik der Klinikum Bayreuth GmbH.

Denn: Eine erste kleineren Studie aus den USA mit 151 Patienten zeigte bereits: Das Medikament ANAVEX2-73 wirkt. Und das ist mehr als alle bisher zugelassenen Präparate den Betroffenen bieten können.

Alzheimer entsteht, wenn sich Gehirnzellen selbst vergiften. Das vermehrt produzierte Eiweiß Beta-Amyloid wird nicht mehr abtransportiert, es lagert sich in den Zellen ein. Diese reagieren auf die Fremdkörper, wie es der Körper an anderer Stelle auch tun würde: „Das Eiweiß ruft im Hirn eine ähnliche Reaktion hervor wie ein Spreißel im Finger“, erklärt Prof. Oschmann. Es kommt zu einer Entzündung, die die Gehirnzellen unwiederbringlich schädigt.

Das neue Medikament soll die Entzündung, nicht aber die Eiweißablagerung verhindern. Die Frage ist nun: Wie gut und wie lange gelingt das? Die Studie richtet sich daher vor allem an Patienten, deren Erkrankung sich im Frühstadium befindet.

Studienteilnehmer müssen folgende Kriterien erfüllen.

  • Die Patienten sind zwischen 60 und 85 Jahre alt.
  • In den vergangenen 36 Monaten wurde eine Alzheimer-Demenz im Frühstadium diagnostiziert.
  • In den vergangenen drei Monaten ist keine Medikamentenumstellung erfolgt.
  • Der Mini-Mental-Status-Test (MMST) ergab einen Wert zwischen 20 und 28.

Darüber hinaus brauchen Patienten die Unterstützung eines engagierten Angehörigen, der währen der Studienphase für Interviews zur Verfügung steht und Fragebogen ausfüllt.

Prof. Dr. Patrick Oschmann, Chefarzt der Neurologischen Klinik der Klinikum Bayreuth GmbH, ist an einer Studie zur Alzheimer-Therapie beteiligt und sucht Teilnehmer.  Foto: Klinikum Bayreuth
Prof. Dr. Patrick Oschmann, Chefarzt der Neurologischen Klinik der Klinikum Bayreuth GmbH, ist an einer Studie zur Alzheimer-Therapie beteiligt und sucht Teilnehmer. Foto: Klinikum Bayreuth

Noch bis voraussichtlich Ende Mai können Prof. Oschmann und sein Team, geeignete Patienten in die Studie aufnehmen. Alle Teilnehmer nehmen dann 48 Wochen lang täglich drei Tabletten. Ein Drittel der Teilnehmer erhält dabei die volle Dosis, ein Drittel eine reduzierte Dosierung und das verbleibende Drittel ein reines Placebo. Zwei von drei Patienten erhalten also im Rahmen der Studie tatsächlich das Medikament. Über die Gruppeneinteilung entscheidet das Los.

Positiv für alle Teilnehmer: Nach Ende der Testphase erhalten sie alle bis zum Ende der Auswertungen das Medikament kostenlos.

Auch, wenn sich das Medikament in der Testphase befindet, gefährlich sei die Teilnahme für die Patienten nicht. Zum einen habe bereits die Vorstudie gezeigt, dass Nebenwirkungen nicht zu erwarten sind, zum anderen würden die Patienten während der gesamten Testphase durch das Team der Klinik für Neurologie engmaschig beobachtet und intensiv betreut, sagt Prof. Oschmann. Einem kleinen Risiko steht also die große Chance einer wirksamen Therapie entgegen.

EXPERTEN­KONTAKT

Patienten, die an der Studie teilnehmen möchten, oder deren Angehörige, wenden sich bitte für nähere Informationen an Juliane Stöhr oder Janine Seidel im Studienzentrum der Klinik für Neurologie: Telefonnummer 0921-400-3440 oder 75 3442.

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Tipp des Monats

Osteoporose vorbeugen: Bewegung macht die Knochen stabiler

Damit die Knochen stark bleiben, braucht es nicht nur eine Ernährung, in der ordentlich Calcium steckt. Warum auch Bewegung so wichtig ist.

Knochen müssen regelmäßig belastet werden, um stabil zu bleiben und weniger schnell zu brechen. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) hin. Belastung für die Knochen heißt: Bewegung.

Ob Fußballtraining, Joggen, Pilates oder Radfahren: Vor allem dann, wenn es sportlich wird, regt Bewegung den Knochenstoffwechsel an.

„Dies geschieht durch die Muskeln, die am Knochen ziehen. Sie geben das Signal, mehr Calcium in das Skelettsystem zu transportieren und einzulagern“, so Prof. Uwe Maus von der DGOU. Dadurch gewinnen die Knochen an Stabilität – und auch Osteoporose wird vorgebeugt.

Auch die Ernährung zahlt auf die Knochenstärke ein

Besonders wichtig ist Sport übrigens für Kinder und Jugendliche. Denn bei ihnen baut sich die Knochenmasse noch auf.

Ganz ohne die Ernährung geht es aber nicht. Wichtig ist daher, reichlich Calcium zu sich zu nehmen – etwa durch Lebensmittel wie Milch, Hartkäse, Mineralwasser oder Spinat. Damit der Körper das gut verwerten kann, braucht es Vitamin D. Das bildet der Körper mithilfe von Sonnenlicht, es steckt aber auch in fettem Seefisch wie Hering oder Lachs.