Tipps aus der Kinderklinik des Helios Klinikums Meiningen.

Kinder sind von Natur aus sehr neugierig und erkunden aktiv ihre Umwelt. Doch gerade in den eigenen vier Wänden lauern zahlreiche Gefahren, die oft unterschätzt werden. Dr. Christoph Ehrsam, Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik des Helios Klinikums Meiningen, rückt anlässlich des Tages des Vergiftungsschutzes für Kinder im Haushalt am 20. März 2024 die Themen Vergiftungen und Verschlucken in den Fokus und gibt wertvolle Tipps, wie Eltern im Ernstfall richtig handeln können.

Vor allem Kinder im Alter von sieben Monaten bis vier Jahren sind besonders gefährdet, da sie ihre Umgebung intensiv erkunden und dabei potenziellen Gefahren ausgesetzt sind. Von bunten Flaschen mit Reinigungsmitteln bis hin zu herumliegenden Medikamenten oder giftigen Pflanzen können viele alltägliche Gegenstände für Kinder zur Gefahr werden.

Dr. Ehrsam warnt vor den Anzeichen einer Vergiftung, die von Übelkeit und Erbrechen bis hin zu Bewusstlosigkeit und einem Herz-Kreislauf-Stillstand reichen können. Besonders tückisch ist, dass Vergiftungen auch zeitverzögert auftreten können und Symptome erst nach Stunden oder sogar einem Tag sichtbar werden. Im Ernstfall ist es wichtig, Ruhe zu bewahren, den Rettungsdienst unter 112 zu alarmieren und den Giftnotruf (Erfurt: 0361/730730) anzurufen. Es darf auf keinen Fall Erbrechen ausgelöst werden, da dies die Situation verschlimmern könnte. Zusätzlich empfiehlt Dr. Ehrsam, Milch als Erste-Hilfe-Maßnahme zu vermeiden, da sie die Aufnahme einiger Giftstoffe beschleunigen kann. Stattdessen sollte viel Wasser ohne Kohlensäure gegeben werden, um die giftige Substanz im Körper zu verdünnen.

Die ganz Kleinen sind neugierig und können das Gefahrenpotenzial noch nicht erkennen.
Die ganz Kleinen sind neugierig und können das Gefahrenpotenzial noch nicht erkennen. Foto: Elena - stock.adobe.com

Bei Vergiftungen und beim Verschlucken sind Kinder im Alter von sieben Monaten bis vier Jahren besonders gefährdet.“

Um das Risiko einer Vergiftung zu reduzieren, sollten Chemikalien, Säuren, Medikamente und andere potenziell gefährliche Substanzen außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden, am besten in abgeschlossenen hochhängenden Schränken.
Ein weiteres Risiko stellt das Verschlucken von Gegenständen dar. Viele Fremdkörper sind primär keine Gefährdung und können den Magen-Darm-Trakt problemlos durchlaufen. Andere, wie zum Beispiel Knopfzellbatterien, müssen jedoch endoskopisch entfernt werden. Sie können schwere Verletzungen verursachen, wenn sie im Speiseröhrentrakt stecken bleiben. Auch beim Verschlucken mehrerer Magneten besteht durch deren gegenseitige Anziehung die potenzielle Gefahr von inneren Organverletzungen. Dr. Ehrsam appelliert aufgrund derartiger Fälle in seiner alltäglichen Praxis eindringlich an die Aufmerksamkeit der Aufsichtspersonen.
Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es dennoch zu Vergiftungen oder Verschlucken kommen. In solchen Fällen sollten Eltern sofort einen Kinderarzt aufsuchen oder im Notfall den Rettungsdienst alarmieren. Die Experten in der Kinderklinik des Helios Klinikums Meiningen stehen bereit, um im Ernstfall schnell und kompetent zu helfen. Helios Klinikum

Helios Klinikum Meiningen

Dr. Christoph Ehrsam
Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik des Helios Klinikums Meiningen

Bergstraße 3
98617 Meiningen

Telefon: 03693 / 90-0
Fax.: 03695 / 64-1002

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Tipp des Monats

Osteoporose vorbeugen: Bewegung macht die Knochen stabiler

Damit die Knochen stark bleiben, braucht es nicht nur eine Ernährung, in der ordentlich Calcium steckt. Warum auch Bewegung so wichtig ist.

Knochen müssen regelmäßig belastet werden, um stabil zu bleiben und weniger schnell zu brechen. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) hin. Belastung für die Knochen heißt: Bewegung.

Ob Fußballtraining, Joggen, Pilates oder Radfahren: Vor allem dann, wenn es sportlich wird, regt Bewegung den Knochenstoffwechsel an.

„Dies geschieht durch die Muskeln, die am Knochen ziehen. Sie geben das Signal, mehr Calcium in das Skelettsystem zu transportieren und einzulagern“, so Prof. Uwe Maus von der DGOU. Dadurch gewinnen die Knochen an Stabilität – und auch Osteoporose wird vorgebeugt.

Auch die Ernährung zahlt auf die Knochenstärke ein

Besonders wichtig ist Sport übrigens für Kinder und Jugendliche. Denn bei ihnen baut sich die Knochenmasse noch auf.

Ganz ohne die Ernährung geht es aber nicht. Wichtig ist daher, reichlich Calcium zu sich zu nehmen – etwa durch Lebensmittel wie Milch, Hartkäse, Mineralwasser oder Spinat. Damit der Körper das gut verwerten kann, braucht es Vitamin D. Das bildet der Körper mithilfe von Sonnenlicht, es steckt aber auch in fettem Seefisch wie Hering oder Lachs.