Sonnenlicht durch die Haut aufzunehmen ist enorm wichtig Doch zu viel Sonne ist auch schädlich © Syda Productions stockadobecomi

Wieviel Sonne? Klinikum-Chefarzt Dr. Gerhard Weyandt gibt Antworten

Die Haut ab 60 hat schon einiges mitgemacht. „Und sie vergisst nichts“, sagt Privatdozent Dr. Gerhard Weyandt, Chefarzt der Klinik für Dermatologie der Klinikum Bayreuth GmbH. Er sagt: „Auch im Alter ist konsequenter Lichtschutz notwendig.“

Dr. Weyandt will Sonne nicht verteufeln. Denn Sonnenlicht ist der natürlichste Vitamin-D-Lieferant. Vitamin D sorgt dafür, dass die Knochen Kalzium aufnehmen. Das stärkt die Knochenstruktur und verringert die Gefahr von Osteoporose. „Das heißt aber nicht, dass man sich stundenlang in der Sonne aufhalten sollte. Um die Vitamin-D-Produktion zu decken, reicht es, wenn etwa 20 Prozent der Haut etwa dreimal in der Woche für 20 Minuten Sonne tanken“, erklärt der Chefarzt.

Einem Mangel an Vitamin D kann man auch in Form von Tabletten oder Tropfen begegnen. Dr. Weyandt rät Patientinnen und Patienten dazu, darüber mit ihrem Hausarzt zu sprechen. Der übrige Bedarf kann durch Lebensmittel gedeckt werden: Fisch, Ei und Öl enthalten viel Vitamin D. Körperregionen, die selten der Sonne ausgesetzt sind, wie Bauch und Rücken, sind deutlich empfindlicher. Hier reagiert die Haut schnell gestresst oder gar gereizt – mit allen negativen Folgen. Daher genügen in diesem Fall schon fünf Minuten Sommersonne. Auch das unterstützt bereits den Knochenaufbau – und die Haut wird weniger belastet.

Für die richtige Sonnen-Dosis gibt es keine Faustregel. Wieviel Sonne gut tut ist stark vom jeweiligen Hauttyp abhängig. „Daher setzen wir in der Dermatologie auf kontrollierte Lichttherapie“, sagt Dr. Weyandt. „Hier kann ich die Dosis genau anpassen. Beim Sonnenbad, besonders an Stellen, wo die Haut durch Krankheit ohnehin angegriffen ist, ist schnell der Schaden größer als der Nutzen.“

Expertenkontakt

Privatdozent Dr. Gerhard Weyandt
MVZ Dermatologie

Tel.: 0921 400-3680
E-Mail: mvz.dermatologie@klinikum-bayreuth.de

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Tipp des Monats

Osteoporose vorbeugen: Bewegung macht die Knochen stabiler

Damit die Knochen stark bleiben, braucht es nicht nur eine Ernährung, in der ordentlich Calcium steckt. Warum auch Bewegung so wichtig ist.

Knochen müssen regelmäßig belastet werden, um stabil zu bleiben und weniger schnell zu brechen. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) hin. Belastung für die Knochen heißt: Bewegung.

Ob Fußballtraining, Joggen, Pilates oder Radfahren: Vor allem dann, wenn es sportlich wird, regt Bewegung den Knochenstoffwechsel an.

„Dies geschieht durch die Muskeln, die am Knochen ziehen. Sie geben das Signal, mehr Calcium in das Skelettsystem zu transportieren und einzulagern“, so Prof. Uwe Maus von der DGOU. Dadurch gewinnen die Knochen an Stabilität – und auch Osteoporose wird vorgebeugt.

Auch die Ernährung zahlt auf die Knochenstärke ein

Besonders wichtig ist Sport übrigens für Kinder und Jugendliche. Denn bei ihnen baut sich die Knochenmasse noch auf.

Ganz ohne die Ernährung geht es aber nicht. Wichtig ist daher, reichlich Calcium zu sich zu nehmen – etwa durch Lebensmittel wie Milch, Hartkäse, Mineralwasser oder Spinat. Damit der Körper das gut verwerten kann, braucht es Vitamin D. Das bildet der Körper mithilfe von Sonnenlicht, es steckt aber auch in fettem Seefisch wie Hering oder Lachs.