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Arten, Ursachen und Behandlungsansätze im Überblick

Blasenschwäche ist ein Thema, das im Alter immer relevanter wird, doch nur die wenigsten trauen sich, darüber zu sprechen oder den Arzt aufzusuchen. Dabei kann Inkontinenz auf andere Erkrankungen zurückzuführen sein, die es zu behandeln gilt.

Inzwischen gilt Blasenschwäche als Volksleiden. Rund 36 Prozent der über 65-jährigen Frauen sind davon betroffen und rund 18 Prozent der Männer im selben Alter. Das geht aus einer Informationsbroschüre (*) der Deutschen Seniorenliga e.V. hervor. Diese Zahlen zeigen, dass es keinen Grund gibt, sich für die Beschwerden zu schämen, denn vielen Gleichaltrigen geht es ähnlich. Da Blasenschwäche aber einen großen Einschnitt in die Lebensqualität bedeutet, sollte man darüber nicht schweigen, sondern wissen, womit man es genau zu tun hat und was dagegen unternommen werden kann.

Grundsätzlich werden vier Formen der Inkontinenz unterschieden (Quelle: Deutsche Seniorenliga e.V.):

  1. Belastungsinkontinenz

Bei körperlicher Belastung wie Husten, Niesen, Treppensteigen oder dem Tragen von schweren Lasten kommt es bei dieser Form der Blasenschwäche zu ungewolltem Urinverlust ohne vorherigen Harndrang. Ursache ist meistens eine Schwäche des Blasenschließmuskels, der dem Druck im Bauchraum nicht mehr standhalten kann und bei Belastung nachgibt.

Behandlungsmethoden

  • Beckenbodengymnastik
  • Östrogene bei Frauen
  • Operationen: Straffung des Bindegewebes, Anheben von Blase und Harnröhre

 

  1. Dranginkontinenz

Hier ist der Verschlussapparat der Blase intakt, doch der Informationsaustausch zwischen Blasenmuskel und Gehirn ist gestört. Die Folge ist, dass man plötzlich einen starken Harndrang verspürt und es unter Umständen nicht mehr pünktlich zur Toilette schafft. Mögliche Ursachen sind Blasensteine, Harnwegsentzündungen, gutartige Prostatavergrößerung (Männer), Östrogenmangel (Frauen) sowie Alzheimer oder auch Parkinson.

Behandlungsmethoden

  • Toilettentraining
  • Pflanzliche Mittel
  • Anticholinergika
  • Chemische Mittel für die Prostata bei Männern

 

  1. Überlaufinkontinenz

Diese Form der Blasenschwäche tritt vermehrt bei Männern auf. Trotz voller Blase wird nur wenig Urin abgegeben, sodass große Restharnmengen zurückbleiben.

Behandlungsmethoden

  • Entfernung der Harnsteine oder Behandlung der vergrößerten Prostata

 

  1. Reflexinkontinenz

Ohne Harndrang kommt es zum Harnverlust. Schuld daran sind nicht kontrollierbare Nervenreflexe. Mögliche Gründe sind Verletzungen oder Tumore im Rückenmark, ein schwerer Bandscheibenvorfall, eine Querschnittslähmung oder Erkrankungen wie multiple Sklerose.

Behandlungsmethoden

  • Klopftraining zur Entleerung der Blase
  • Anticholinergika

Wichtig: Nicht alle Krankheiten, die eine Blasenschwäche mit sich bringen, können geheilt werden. Doch es ist möglich, die Symptome zu reduzieren und das Wohlbefinden so zu steigern. Dafür ist es entscheidend, ärztlichen Rat hinzuzuziehen und sich gegebenenfalls mit einem Trink- und Toilettenprotokoll vorzubereiten. Anhand der Aufzeichnungen kann sich der Experte ein besseres Bild von den Beschwerden machen.

 

Blasenschwäche: Nützliche Tipps für den Alltag

Neben medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten kann das Problem auch mit kleinen Umstellungen der Lebensweise angegangen werden – beispielsweise mit einem Toilettentraining. Die Abstände zwischen den Toilettengängen werden hier schrittweise langsam erhöht, sodass sich die Blase daran gewöhnt. Auch genügend trinken ist bei Blasenschwäche wichtig. Viel trinken und Inkontinenz scheinen sich gegenseitig auszuschließen, doch wenn dem Körper nicht genügend Flüssigkeit zugeführt wird, produzieren die Nieren einen hochkonzentrierten Urin, der die Blase reizt. Auch das Risiko für Harnwegsinfektionen steigt, wenn nicht 1,5 bis 2 Liter Wasser täglich getrunken werden. Kaffee, schwarzer Tee oder Bier sollten gemieden werden. Wer zusätzlich ausreichend Bewegung und gesunde Ernährung in seinen Alltag integriert, entlastet die Blase.

 

*(„Mit der Blasenschwäche leben“. Weitere Informationen unter www.dsl-blasenschwaeche.de

Copyright – Verlagsgruppe HCSB

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Tipp des Monats

Osteoporose vorbeugen: Bewegung macht die Knochen stabiler

Damit die Knochen stark bleiben, braucht es nicht nur eine Ernährung, in der ordentlich Calcium steckt. Warum auch Bewegung so wichtig ist.

Knochen müssen regelmäßig belastet werden, um stabil zu bleiben und weniger schnell zu brechen. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) hin. Belastung für die Knochen heißt: Bewegung.

Ob Fußballtraining, Joggen, Pilates oder Radfahren: Vor allem dann, wenn es sportlich wird, regt Bewegung den Knochenstoffwechsel an.

„Dies geschieht durch die Muskeln, die am Knochen ziehen. Sie geben das Signal, mehr Calcium in das Skelettsystem zu transportieren und einzulagern“, so Prof. Uwe Maus von der DGOU. Dadurch gewinnen die Knochen an Stabilität – und auch Osteoporose wird vorgebeugt.

Auch die Ernährung zahlt auf die Knochenstärke ein

Besonders wichtig ist Sport übrigens für Kinder und Jugendliche. Denn bei ihnen baut sich die Knochenmasse noch auf.

Ganz ohne die Ernährung geht es aber nicht. Wichtig ist daher, reichlich Calcium zu sich zu nehmen – etwa durch Lebensmittel wie Milch, Hartkäse, Mineralwasser oder Spinat. Damit der Körper das gut verwerten kann, braucht es Vitamin D. Das bildet der Körper mithilfe von Sonnenlicht, es steckt aber auch in fettem Seefisch wie Hering oder Lachs.