Wichtige Behandlungen auch jetzt nicht auf die lange Bank schieben.

Soll ich? Oder soll ich nicht? Ist ein Krankenhausaufenthalt in Corona-Zeiten gefährlich? Dazu nimmt Dr. Henning Lausberg, Chefarzt der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie an der Klinikum Bayreuth GmbH, Stellung und sagt: Unter Umständen ist das Risiko einer aufgeschobenen Behandlung größer.

Jeder Patient, jede Erkrankung und jede Situation ist anders. Das weiß auch Dr. Lausberg. Für jeden Patienten mit einer kardiovaskulären Erkrankung sieht er sich daher derzeit die individuelle Risikokonstellation an, um sie im Corona-Kontext zu bewerten. „Ich denke aber, die meisten kardiovaskulären Operationen sollten nicht zeitlich relevant verschoben werden, sondern stattfinden“, sagt. Dr. Lausberg.

Wichtige Operationen sollten wegen Corona nicht auf die lange Bank geschoben werden, warnt Chefarzt Dr. Henning Lausberg. Foto: Damian Horaiu Sultnoiu - Adobe Stock

Bereits im Frühjahr haben Experten darauf hingewiesen, nicht nur an Corona zu denken, sondern auch insbesondere die gefährlichen Herzerkrankungen nicht zu vergessen. Und diese Meinung vertritt auch der Chefarzt: „Aus den Herzerkrankungen selbst entsteht ein Risiko, das meiner Meinung nach oft größer ist, als das Risiko, sich im Krankenhaus eine Corona-Infektion zuzuziehen. Die Maßnahmen, die die Klinikum Bayreuth GmbH getroffen hat, minimieren das Risiko einer relevanten klinischen Infektion“, ist Dr. Lausberg überzeugt.

Dennoch bleibt bei manch einem Patienten ein ungutes Gefühl. Ein Zweifel, der sie wichtige Entscheidungen vor sich herschieben lässt. Dieses „Vertagen“ sollten Patienten vermeiden und lieber gezielt das Gespräch suchen. Mit dem Hausarzt, aber auch mit einem Experten: „Herzpatienten sollten über etwaige Bedenken und ihre derzeitige Situation zunächst mit ihrem Hausarzt sprechen. Er kennt seine Patienten und weiß auch über Faktoren Bescheid, die abseits medizinischer Fragestellungen von Bedeutung sind. Die familiäre Situation zum Beispiel, oder mögliche berufliche Auswirkungen. Der Experte ist dann derjenige, der die Frage nach der Notwendigkeit beantwortet. Er kann das individuelle Risiko beurteilen, kann klären, ob ein Aufschub der Behandlung überhaupt infrage kommt: „Wir bieten jedem Patienten, der unsicher ist, eine ambulante Vorstellung hier im Klinikum an. Und das nehmen eine ganze Reihe von Patienten auch bereits wahr“, sagt Dr. Lausberg.

EXPERTEN­KONTAKT

Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie
Chefarzt Dr. Henning Lausberg
Tel: 0921 400-5902
E-Mail: herzchirurgie@klinikum-bayreuth.de

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Tipp des Monats

Osteoporose vorbeugen: Bewegung macht die Knochen stabiler

Damit die Knochen stark bleiben, braucht es nicht nur eine Ernährung, in der ordentlich Calcium steckt. Warum auch Bewegung so wichtig ist.

Knochen müssen regelmäßig belastet werden, um stabil zu bleiben und weniger schnell zu brechen. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) hin. Belastung für die Knochen heißt: Bewegung.

Ob Fußballtraining, Joggen, Pilates oder Radfahren: Vor allem dann, wenn es sportlich wird, regt Bewegung den Knochenstoffwechsel an.

„Dies geschieht durch die Muskeln, die am Knochen ziehen. Sie geben das Signal, mehr Calcium in das Skelettsystem zu transportieren und einzulagern“, so Prof. Uwe Maus von der DGOU. Dadurch gewinnen die Knochen an Stabilität – und auch Osteoporose wird vorgebeugt.

Auch die Ernährung zahlt auf die Knochenstärke ein

Besonders wichtig ist Sport übrigens für Kinder und Jugendliche. Denn bei ihnen baut sich die Knochenmasse noch auf.

Ganz ohne die Ernährung geht es aber nicht. Wichtig ist daher, reichlich Calcium zu sich zu nehmen – etwa durch Lebensmittel wie Milch, Hartkäse, Mineralwasser oder Spinat. Damit der Körper das gut verwerten kann, braucht es Vitamin D. Das bildet der Körper mithilfe von Sonnenlicht, es steckt aber auch in fettem Seefisch wie Hering oder Lachs.